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Mark Janicello over "Charlie"

 

 

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CHARLIE'S BIRTH

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"Charlie" erzählt die Geschichte des Sohnes eines amerikanischen G.I.s und seiner deutschen Ehefrau. Er lernt viel zu früh die dunklen Seiten des Lebens kennen und begibt sich auf einen Tripp durch alle Himmel und Höllen der Selbstfindung.

17 unvergeßliche Lieder begleiten Charlies Reise. Von Top 40 Balladen bis Techno, Blues und Chanson singt Charlie von "Love and Hate", von Liebe, Lust und Leid und zieht sein Publikum in seinen Bann. Ein schriller Phönix dessen  kurzer Höhenflug in der Asche der Berliner Love Parade endet.

Nach den sensationell erfolgreichen Produktionen "Be My Love: Das Mario Lanza Musical", "The Chamäleon Concert" und "Elvis: A Musical Biography" zeigt uns Mark Janicello eine neue Facette seines künstlerischen Schaffens. Er spielt Charlie als einen tief verwundeten, nach Liebe und Heimat suchenden Menschen und macht ihn zum Symbol für unser Aller Leben.

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let me be

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Nowhere to Run

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Stay

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Right Now

"CHARLIE" - A New Musical

MUSIK: Bela Fischer         LIEDTEXTE und DEUTSCHE FASSUNG: Rolf Rettberg
TON: Manfred Skorpis                 KOSTÜME: Peppino Teuschler
BUCH und REGIE: Mark Janicello

Pressestimmen zu "Charlie"

tA-online - 29.3.2001

Spotlights auf Charlie

Uraufführung im Wiener Kabarett Stadnikow: One-Man-Musicals von und mit Mark Janicello

Mark Janicello, hochmusikalischer wie flotter New Yorker in Wien, ist ein Einzelkämpfer. Als nonchalanter "Elvis", als strahlender "Be My Love"-Mario Lanza hat er hier bereits gepunktet. Jetzt spielt er den "Charlie". Nein, gar nicht lustig diesmal - von den psychischen Nöten eines als Kind verführten, nun zum Homosexuellen gewordenen einsamen Außenseiters erzählen die Songs.

Zu Béla Fischers ins Ohr gehenden Schmeichelsound vollzieht sich die Tragödie des Zerfalls einer Persönlichkeit. Keiner starken. Als Kind kaputt gemacht, zu perverser Denkungsart gelockt, ein bißchen Glück im sexuellen Ausleben, in noch jungem Alter zerbrochen. Das ist der "Charlie" des Mark Janicello. Und die erfolgreiche Uraufführung im Kabarett Stadnikow ist als Benefizveranstaltung für SofHi/Soforthilfe der Kinder- & Jugendanwaltschaft Wien gelaufen.

Die SofHi-Psychotherapeuten bieten an, kostenlos: "Wenn Kindern und Jugendlichen Gewalt zugefügt wurde, ist schnelle und unbürokratische Hilfe von großer Bedeutung. Den Klienten wird eine erste Hilfestellung nach dem traumatischen Erleben in rechtlichen und therapeutischen Belangen geboten, um den sinnvollsten Weg zur Bewältigung einleiten zu können" (Telfon: 01/1708).

Mark Janicello tritt im Alleingang zum Psychodrama an. Mit seiner vitalen, impulsiven Darstellung und mit reichem Tenor-Schmelz zur eingängigen Playback-Untermalung wirkt er vielleicht doch nicht ganz so wie ein psychisch Kranker. Schwul-Gewöhnliches hat er auf der Zunge, tuntige Gestik, die Verzweiflung, die Erkenntnis des Versagens wird von ihm groß ausgespielt. Janicello geht da voll und pathetisch rein.

"Charlie. Das Leben ist eine Intensivstation!" ist nach einer Idee von Rolf Rettberg (Béla Fischer vertonte seine Liedtexte dazu) entstanden. Der vielseitige Janicello hat sich als Librettist und Regisseur sein eigenes Stück zurechtgezimmert. Schneidergröße Peppino Teuschler war ihm der Ablieferer der leichten Bettbekleidung. Und dann ertönt noch die Simme des Dieter Chmelar aus dem Off. Als die mahnende "Stimme der Vernunft". Der zerbrochene Charlie und sein Gewissen - das rüttelt das Publikum schon auf: Offen für die Nöte, Probleme, Schwächen des anderen sein, ihn verstehen lernen. Das ist das starke Anliegen dieses Stückes.

Von Meinhard Rüdenauer

Wiener Zeitung - 29.3.2001

Opfer ohne Hoffnung

Von Lona Chernel

Ein junger Mann will Selbstmord begehen. Als er schon auf dem Fenstersims steht, um in die Tiefe zu springen, hört er eine Stimme: "Halt". Erst will er den Mahner ignorieren, doch dann erzählt er seine Geschichte: vom missbrauchten, misshandelten Kind bis zum vereinsamten drogensüchtigen Transvestiten und Prostituierten. Freilich, die "Stimme der Vernunft" kann sich nicht mehr durchsetzen. Sie kommt zu spät.

"Charlie" nennt sich das Musical, das jetzt im Kabarett Stadnikow uraufgeführt wurde. Zugrunde liegt dieser Fassung von Mark Janicello ein Stück von Rolf Rettberg, dem in Bremen geborenen Sozialwissenschafter, Schriftsteller und Journalisten, der eine Zeit lang auch als Streetworker tätig war. Seine Hauptfigur war ein ostdeutscher Transvestit, der im Westen nach Erfolg und Identität sucht. Nach einigem Zögern gab Rettberg die Einwilligung zur Neufassung und wirkte selbst als Übersetzer und Liedtexter. Bela Fischer zeichnet für die zahlreichen Musiknummern.

Leider wurde hier die Grundidee, die Suche des Menschen nach einem Leben in Freiheit und Würde, ein wenig mit Details überfrachtet. Mark Janicello ist zwar mit vollem darstellerischen Einsatz darum bemüht, dem Publikum die Tragödie eines Menschen, der immer nur "benutzt" wurde, nahe zu bringen, doch im Endeffekt überwiegen die stimmlichen "Kunststückchen", die er zu bieten hat. Hier erntete er verdienten Szenenapplaus. Sehr eindrucksvoll ist die Stimme Dieter Chmelars aus dem Off.

Falter Nr. 16/01

Phettbergs Predigtdienst

Mark Janicello von allen verlassen

... Mark Janicello sang Jahre um Jahre vom Leben der Helden. Elvis Presley, Mario Lanza in Glammer und Gloria. Die High Society pries ihn und jubelte, und jetzt spielt er die alternde , dickliche Tunte "Charlie", von allen verlassen. Auf der kleinen Bühne des Stadnikow steht der riesige Kerl voll Unglück. Der gebürtige Amerikaner hat eine auf dem europäischen Kontinent gänzlich unbekannte selbstverständliche Körperlichkeit. Die kein Mut ist, sondern "ist". Die sind dort Körper. Er ist das heulende Elend und strengt sich nicht an. Niemals verspürte ich Elend in drei Körperbewegungen einleuchtender als vermittelt durch Janicello's Charlie. Ein von Bela Fischer komponiertes Ein-Personen-Musical, welturaufgeführt von Mark Janicello. Von ihm selbst arrangiert und inszeniert, und von Rolf Rettberg übersetzt. Es geschieht mit einer Dichte selbstverständlichen Standards, wie sie in Wien undenkbar erscheint für Soloprogramme. Wir denken immer. Und das ist anstrengend, und dann sagen wir:Ach was. Und auch dieser Text "denkt" und körpert nicht.

Voll Traurigkeit, dass alles schief gegangen ist im Leben Charlies, vermittelt Janicellos Körpersprache von der ersten Bewegung an eine unmittelbare Information des Irrtums Menschsein. Als er das hübscheste Jüngelchen war, knabberten alle an ihm, missbrauchten ihn, und jetzt alt, dicklich und kapriziert, braucht ihn niemand mehr.

Der Amerikaner Janicello leistet development aid für bodywise, wie es ansonsten nur ein Monatsaufenthalt in New York leistet. Diese eine Person an diesem kurzen, so schnell verrinnenden Abend des Weinens, aber nicht der Weinerlichkeit.

Und das Phänomen besteht darin, dass auch in der Wiener Reality alle die "Seitenblicke"-Larven ihren Helden verließen: Nur die Wiener Zeitung brachte einen Bericht über die große Arbeit Marks. Die Adabeis, die Bussibussis blieben alle aus. Sie sagen nur das Flockige, Kitschige an. Der Tristesse entheben sie sich.Conditio humana. Charlie nimmt sich das Leben. Die Adabeis gehen zur nächsten Charity. Janicello steigt erhobenen Hauptes die Stufen des Stadnikows hinauf wie ein Entwicklungshelfer. Amerikaner in Wien. Ich bleibe Symptomträger.

Natürlich erschüttert es, dass Hunderte in Jerusalem gleichzeitig an den Kreuzen hingen, wochenlang, und Jesus war nur einer von ihnen, und am Ende noch nicht einmal schön. Die römischen Soldaten gewärtigten das zu vollstreckende Material nicht. Wenn du alt bist und bummelig und dich weder um-, noch in Form bringen kannst – was wird dann sein? Damen und Herren, Schwestern und Brüder, besucht Charlie im Stadnikow, es ist kein Kabarett, es ist eine unmittelbare Einweihung ins Sein. Ein Flug nach New York um 200 Schilling. Andererseits wiederum, wenn ich sie alle hinrennen sähe, die Gekleideten, ins Stadnikow, und die große Tristesse vor prallem Saal stattfände! Es ist interessant und gibt mir wieder recht, wie das Sein sich wehrt.

wienweb - April 2001

Opernsänger und Musicalstar Mark Janicello im Interview

Hörbeispiele:

"Der Schein trügt"

"Wäre Elvis in Italien geboren, würde er aussehen wie ich"

Mark Janicello über das Phänomen Elvis

"Elvis hat so viel gegessen, dass er sich in Pavarotti verwandelt hat"

"Die Wiener Architektur hat mich überwältigt"

"Es geht um die Suche nach Selbstverwirklichung"

Mark Janicello über das Musical "Charlie"

Der US-Sänger Mark Janicello hat viele Talente. Als ausgebildeter Opernsänger und Schauspieler stand er in allen großen Opern wie Tosca oder Madame Butterfly auf der Bühne. Neben Theater- und Filmengagements war er auch immer wieder in Musicals zu sehen: Nach Grease, West Side Story oder Cabaret feierte er in Europa als King of Rock´n´Roll im Musical "Elvis" seine ersten großen Erfolg. Elvis hatte er zuvor schon dargestellt: Beim Wettbewerb "Music under New York" halfen ihm seine Erfahrungen als Straßensänger und er wurde als Crossover zwischen Elvis und Pavarotti (siehe Soundlink "Elvis hat so viel gegessen, dass er sich in Pavarotti verwandelt hat") zum Sieger des Wettbewerbs. Als weiteres Talent bezeichnet Mark Janicello seine "Fähigkeit, merkwürdige Menschen hervorzubringen" und lacht. "Ich suche immer interessante Persönlichkeiten in ungewöhnlichen Umständen". Mit der Figur des "Charlie" im gleichnamigen Musical (noch bis 5. Mai im Kabarett Stadnikow) ist ihm das sicher gelungen: "Charlie" erzählt die Geschichte der deutsch-amerikanischen Drag Queen Charlie, die auf der Suche nach Liebe und Anerkennung in die Drogenabhängigkeit abrutscht. Im Juni wird Mark Janicello sein Album mit dem Titel "Endless Love" veröffentlichen.

musicalcocktail - Heft 33

"Charlie" - Das Leben ist eine Intensivstation

Von Mark Janicellos Fans ungeduldig erwartet, war es am 27. März 2001 endlich so weit: Das One-Man-Musical "Charlie" (sprich: Tscharlie) – Das Leben ist eine Intensivstation hatte im Theater Kabarett Stadnikow Premiere. Der Musik von Bela Fischer, dem Buch von Mark Janicello und den Liedertexten von Rolf Rettberg - welcher nicht nur die Vorlage mit seinem Rockmusical "Charlie" (sprich: Scharliie) lieferte, sondern auch Janicellos Buch ins Deutsche übersetzte – lauschten die Zuseher gebannt und sahen staunend zu.

Charlie als Kind eines GI’s und einer deutschen Mutter auf einer Militärbasis in Wiesbaden aufgewachsen, wird von seinem Vater misshandelt und nicht nur von diesem, sondern auch vom Kinderpsychologen, der ihm eigentlich die "Schwulitäten" austreiben sollte, missbraucht. Die schwache Mutter schafft es nicht, Charlie vor den Übergriffen des Vaters zu schützen, sodass er im Alter von 14 Jahren nach Berlin flieht, wo er mit Drogen in Berührung kommt. Nach mehrere Affären singt Charlie bei der deutschen Oper als Madame Butterfly (kaum zu glauben, wie hoch der Tenor Janicello singen kann) vor, und in Hamburg für das Phantom der Oper (Janicello präsentierte dem Publikum hier eine ganz besondere Variante). Wird jedoch überall abgelehnt. Schließlich landet er auf der Bühne einer Schwulenbar, wo er seine wahre gesangliche Berufung á la Diana Ross entdeckt. Bei der Berliner Love Parade lernt er schließlich Jürgen - seine große Liebe - kennen, der ihn nach sieben Wochen verlässt, worauf Charlie in seiner Verzweiflung beschließt, seinem Leben ein Ende zu setzen...

Mark Janicello lebt derart glaubwürdig den immer nur ausgenutzten drogensüchtigen Transvestiten "Charlie", dass man am liebsten auf die Bühne stürzen möchte, um sein unvermeidliches Ende abzuwehren. Nach "Elvis – A Musical Biography" und "Be My Love – Das Mario Lanza Musical", hat Mark Janicello es von Neuem geschafft, sein Publikum zu verblüffen. Nicht vergessen darf jedoch hierbei auf Dieter Chmelar werden, der der Vernunft – wenn auch nur vom Band - seine einzigartige Stimme lieh.

Alle die wissen möchten was sie versäumt haben, können unter www.charlie.sub.cc nachlesen, Vorstellungsfotos ansehen und einige Stücke aus Charlie anhören. Geplant ist, "Charlie" ab Herbst wieder aufzuführen, möglicherweise auch in den Bundesländern.

Übrigens Mark Janicello ist ab September im Salzburger Landestheater in Victor und Victoria als Gangsterboss King Marchan zu sehen.