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Pressestimmen
zu "Charlie"
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tA-online
- 29.3.2001
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Spotlights
auf Charlie
Uraufführung
im Wiener Kabarett Stadnikow: One-Man-Musicals von
und mit Mark Janicello
Mark Janicello, hochmusikalischer wie flotter New
Yorker in Wien, ist ein Einzelkämpfer. Als
nonchalanter "Elvis", als strahlender
"Be My Love"-Mario Lanza hat er hier
bereits gepunktet. Jetzt spielt er den
"Charlie". Nein, gar nicht lustig diesmal
- von den psychischen Nöten eines als Kind verführten,
nun zum Homosexuellen gewordenen einsamen Außenseiters
erzählen die Songs.
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Zu
Béla Fischers ins Ohr gehenden Schmeichelsound
vollzieht sich die Tragödie des Zerfalls einer Persönlichkeit.
Keiner starken. Als Kind kaputt gemacht, zu
perverser Denkungsart gelockt, ein bißchen Glück
im sexuellen Ausleben, in noch jungem Alter
zerbrochen. Das ist der "Charlie" des Mark
Janicello. Und die erfolgreiche Uraufführung im
Kabarett Stadnikow ist als Benefizveranstaltung für
SofHi/Soforthilfe der Kinder- &
Jugendanwaltschaft Wien gelaufen.
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Die
SofHi-Psychotherapeuten bieten an, kostenlos:
"Wenn Kindern und Jugendlichen Gewalt zugefügt
wurde, ist schnelle und unbürokratische Hilfe von
großer Bedeutung. Den Klienten wird eine erste
Hilfestellung nach dem traumatischen Erleben in
rechtlichen und therapeutischen Belangen geboten, um
den sinnvollsten Weg zur Bewältigung einleiten zu können"
(Telfon: 01/1708).
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Mark
Janicello tritt im Alleingang zum Psychodrama an.
Mit seiner vitalen, impulsiven Darstellung und mit
reichem Tenor-Schmelz zur eingängigen
Playback-Untermalung wirkt er vielleicht doch nicht
ganz so wie ein psychisch Kranker. Schwul-Gewöhnliches
hat er auf der Zunge, tuntige Gestik, die
Verzweiflung, die Erkenntnis des Versagens wird von
ihm groß ausgespielt. Janicello geht da voll und
pathetisch rein.
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"Charlie.
Das Leben ist eine Intensivstation!" ist nach
einer Idee von Rolf Rettberg (Béla Fischer vertonte
seine Liedtexte dazu) entstanden. Der vielseitige
Janicello hat sich als Librettist und Regisseur sein
eigenes Stück zurechtgezimmert. Schneidergröße
Peppino Teuschler war ihm der Ablieferer der
leichten Bettbekleidung. Und dann ertönt noch die
Simme des Dieter Chmelar aus dem Off. Als die
mahnende "Stimme der Vernunft". Der
zerbrochene Charlie und sein Gewissen - das rüttelt
das Publikum schon auf: Offen für die Nöte,
Probleme, Schwächen des anderen sein, ihn verstehen
lernen. Das ist das starke Anliegen dieses Stückes.
Von
Meinhard Rüdenauer
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Wiener
Zeitung
- 29.3.2001
Opfer
ohne Hoffnung
Von
Lona Chernel
Ein
junger Mann will Selbstmord begehen. Als er schon
auf dem Fenstersims steht, um in die Tiefe zu
springen, hört er eine Stimme: "Halt".
Erst will er den Mahner ignorieren, doch dann erzählt
er seine Geschichte: vom missbrauchten,
misshandelten Kind bis zum vereinsamten drogensüchtigen
Transvestiten und Prostituierten. Freilich, die
"Stimme der Vernunft" kann sich nicht mehr
durchsetzen. Sie kommt zu spät.
"Charlie"
nennt sich das Musical, das jetzt im Kabarett
Stadnikow uraufgeführt wurde. Zugrunde liegt dieser
Fassung von Mark Janicello ein Stück von Rolf
Rettberg, dem in Bremen geborenen
Sozialwissenschafter, Schriftsteller und
Journalisten, der eine Zeit lang auch als
Streetworker tätig war. Seine Hauptfigur war ein
ostdeutscher Transvestit, der im Westen nach Erfolg
und Identität sucht. Nach einigem Zögern gab
Rettberg die Einwilligung zur Neufassung und wirkte
selbst als Übersetzer und Liedtexter. Bela Fischer
zeichnet für die zahlreichen Musiknummern.
Leider
wurde hier die Grundidee, die Suche des Menschen
nach einem Leben in Freiheit und Würde, ein wenig
mit Details überfrachtet. Mark Janicello ist zwar
mit vollem darstellerischen Einsatz darum bemüht,
dem Publikum die Tragödie eines Menschen, der immer
nur "benutzt" wurde, nahe zu bringen, doch
im Endeffekt überwiegen die stimmlichen
"Kunststückchen", die er zu bieten hat.
Hier erntete er verdienten Szenenapplaus. Sehr
eindrucksvoll ist die Stimme Dieter Chmelars aus dem
Off. |
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Falter
Nr. 16/01
Phettbergs
Predigtdienst
Mark
Janicello von allen verlassen
...
Mark Janicello sang Jahre um Jahre vom Leben der
Helden. Elvis Presley, Mario Lanza in Glammer und
Gloria. Die High Society pries ihn und jubelte, und
jetzt spielt er die alternde , dickliche Tunte
"Charlie", von allen verlassen. Auf der
kleinen Bühne des Stadnikow steht der riesige Kerl
voll Unglück. Der gebürtige Amerikaner hat eine
auf dem europäischen Kontinent gänzlich unbekannte
selbstverständliche Körperlichkeit. Die kein Mut
ist, sondern "ist". Die sind dort Körper.
Er ist das heulende Elend und strengt sich nicht an.
Niemals verspürte ich Elend in drei Körperbewegungen
einleuchtender als vermittelt durch Janicello's
Charlie. Ein von Bela Fischer komponiertes
Ein-Personen-Musical, welturaufgeführt von Mark
Janicello. Von ihm selbst arrangiert und inszeniert,
und von Rolf Rettberg übersetzt. Es geschieht mit
einer Dichte selbstverständlichen Standards, wie
sie in Wien undenkbar erscheint für Soloprogramme.
Wir denken immer. Und das ist anstrengend, und dann
sagen wir:Ach was. Und auch dieser Text
"denkt" und körpert nicht.
Voll
Traurigkeit, dass alles schief gegangen ist im Leben
Charlies, vermittelt Janicellos Körpersprache von
der ersten Bewegung an eine unmittelbare Information
des Irrtums Menschsein. Als er das hübscheste Jüngelchen
war, knabberten alle an ihm, missbrauchten ihn, und
jetzt alt, dicklich und kapriziert, braucht ihn
niemand mehr.
Der
Amerikaner Janicello leistet development aid für
bodywise, wie es ansonsten nur ein Monatsaufenthalt
in New York leistet. Diese eine Person an diesem
kurzen, so schnell verrinnenden Abend des Weinens,
aber nicht der Weinerlichkeit.
Und
das Phänomen besteht darin, dass auch in der Wiener
Reality alle die "Seitenblicke"-Larven
ihren Helden verließen: Nur die Wiener Zeitung
brachte einen Bericht über die große Arbeit Marks.
Die Adabeis, die Bussibussis blieben alle aus. Sie
sagen nur das Flockige, Kitschige an. Der Tristesse
entheben sie sich.Conditio humana. Charlie nimmt
sich das Leben. Die Adabeis gehen zur nächsten
Charity. Janicello steigt erhobenen Hauptes die
Stufen des Stadnikows hinauf wie ein
Entwicklungshelfer. Amerikaner in Wien. Ich bleibe
Symptomträger.
Natürlich
erschüttert es, dass Hunderte in Jerusalem
gleichzeitig an den Kreuzen hingen, wochenlang, und
Jesus war nur einer von ihnen, und am Ende noch
nicht einmal schön. Die römischen Soldaten gewärtigten
das zu vollstreckende Material nicht. Wenn du alt
bist und bummelig und dich weder um-, noch in Form
bringen kannst – was wird dann sein? Damen und
Herren, Schwestern und Brüder, besucht Charlie im
Stadnikow, es ist kein Kabarett, es ist eine
unmittelbare Einweihung ins Sein. Ein Flug nach New
York um 200 Schilling. Andererseits wiederum, wenn
ich sie alle hinrennen sähe, die Gekleideten, ins
Stadnikow, und die große Tristesse vor prallem Saal
stattfände! Es ist interessant und gibt mir wieder
recht, wie das Sein sich wehrt. |
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wienweb
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April 2001
Opernsänger
und Musicalstar Mark Janicello im Interview |
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Hörbeispiele:
"Der
Schein trügt"
"Wäre
Elvis in Italien geboren, würde er aussehen wie
ich"
Mark
Janicello über das Phänomen Elvis
"Elvis
hat so viel gegessen, dass er sich in Pavarotti
verwandelt hat"
"Die
Wiener Architektur hat mich überwältigt"
"Es
geht um die Suche nach Selbstverwirklichung"
Mark
Janicello über das Musical "Charlie"
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Der
US-Sänger Mark Janicello hat viele Talente. Als
ausgebildeter Opernsänger und Schauspieler stand er
in allen großen Opern wie Tosca oder Madame
Butterfly auf der Bühne. Neben Theater- und
Filmengagements war er auch immer wieder in Musicals
zu sehen: Nach Grease, West Side Story oder Cabaret
feierte er in Europa als King of Rock´n´Roll im
Musical "Elvis" seine ersten großen
Erfolg. Elvis hatte er zuvor schon dargestellt: Beim
Wettbewerb "Music under New York" halfen
ihm seine Erfahrungen als Straßensänger und er
wurde als Crossover zwischen Elvis und Pavarotti
(siehe Soundlink "Elvis hat so viel gegessen,
dass er sich in Pavarotti verwandelt hat") zum
Sieger des Wettbewerbs. Als weiteres Talent
bezeichnet Mark Janicello seine "Fähigkeit,
merkwürdige Menschen hervorzubringen" und
lacht. "Ich suche immer interessante Persönlichkeiten
in ungewöhnlichen Umständen". Mit der Figur
des "Charlie" im gleichnamigen
Musical (noch bis 5. Mai im Kabarett Stadnikow) ist
ihm das sicher gelungen: "Charlie"
erzählt die Geschichte der deutsch-amerikanischen
Drag Queen Charlie, die auf der Suche nach
Liebe und Anerkennung in die Drogenabhängigkeit
abrutscht. Im Juni wird Mark Janicello sein Album
mit dem Titel "Endless Love" veröffentlichen. |
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musicalcocktail
- Heft 33
"Charlie"
- Das Leben ist eine Intensivstation
Von
Mark Janicellos Fans ungeduldig erwartet, war es am
27. März 2001 endlich so weit: Das One-Man-Musical
"Charlie" (sprich: Tscharlie) – Das
Leben ist eine Intensivstation hatte im Theater
Kabarett Stadnikow Premiere. Der Musik von Bela
Fischer, dem Buch von Mark Janicello und
den Liedertexten von Rolf Rettberg - welcher
nicht nur die Vorlage mit seinem Rockmusical
"Charlie" (sprich: Scharliie) lieferte,
sondern auch Janicellos Buch ins Deutsche übersetzte
– lauschten die Zuseher gebannt und sahen staunend
zu.
Charlie
als Kind eines GI’s und einer deutschen Mutter auf
einer Militärbasis in Wiesbaden aufgewachsen, wird
von seinem Vater misshandelt und nicht nur von
diesem, sondern auch vom Kinderpsychologen, der ihm
eigentlich die "Schwulitäten" austreiben
sollte, missbraucht. Die schwache Mutter schafft es
nicht, Charlie vor den Übergriffen des Vaters zu
schützen, sodass er im Alter von 14 Jahren nach
Berlin flieht, wo er mit Drogen in Berührung kommt.
Nach mehrere Affären singt Charlie bei der
deutschen Oper als Madame Butterfly (kaum zu
glauben, wie hoch der Tenor Janicello singen kann)
vor, und in Hamburg für das Phantom der Oper (Janicello
präsentierte dem Publikum hier eine ganz besondere
Variante). Wird jedoch überall abgelehnt. Schließlich
landet er auf der Bühne einer Schwulenbar, wo er
seine wahre gesangliche Berufung á la Diana Ross
entdeckt. Bei der Berliner Love Parade lernt er
schließlich Jürgen - seine große Liebe - kennen,
der ihn nach sieben Wochen verlässt, worauf Charlie
in seiner Verzweiflung beschließt, seinem Leben ein
Ende zu setzen...
Mark
Janicello lebt derart glaubwürdig den immer nur
ausgenutzten drogensüchtigen Transvestiten
"Charlie", dass man am liebsten auf die Bühne
stürzen möchte, um sein unvermeidliches Ende
abzuwehren. Nach "Elvis – A Musical Biography"
und "Be My Love – Das Mario Lanza
Musical", hat Mark Janicello es von Neuem
geschafft, sein Publikum zu verblüffen. Nicht
vergessen darf jedoch hierbei auf Dieter Chmelar
werden, der der Vernunft – wenn auch nur vom Band
- seine einzigartige Stimme lieh.
Alle
die wissen möchten was sie versäumt haben, können
unter www.charlie.sub.cc
nachlesen, Vorstellungsfotos ansehen und einige Stücke
aus Charlie anhören. Geplant ist,
"Charlie" ab Herbst wieder aufzuführen, möglicherweise
auch in den Bundesländern.
Übrigens
Mark Janicello ist ab September im Salzburger
Landestheater in Victor und Victoria als
Gangsterboss King Marchan zu sehen. |
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