La Traviata Production Photos
Musikfestival Steyr July 27- August 12, 2006 - .
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| Der tiefe Graben beim Schloss
Lamberg bildete am Donnerstag beim "Musikfestival Steyr" die
stimmungsvolle Kulisse für die eindringliche und höchst erfolgreiche
Freiluft-Premiere von Verdis "La Traviata". Dieses erfolgsichere Stück über das Leben einer schönen Frau mit den Höhen und Tiefen hat der Komponist in gleicher Weise mit dramatischer Wucht und subtilen Tönen erfüllt. Das Produktionsteam folgte der dramatischen Substanz des Stückes auf Schritt und Tritt, verweigerte sich den so modernen Seitenpfaden und willkürlichen Akzenten. Es lieferte einfallsreich und mit deutlicher Aussagekraft ein Bündel an bewegten, heiteren und berührenden Szenen. Hiefür wurde der Platz vor dem hochragenden Bogengang zum Schloss, erweitert mit Treppengang und Podest, gelungen von Georg Lindorfer adaptiert. Die Regie von Susanne Sommer erzählt die berührende Geschichte glaubhaft mit unaufdringlich geführten Darstellern, die angesichts der sparsamen Bühnenausstattung immer im Mittelpunkt standen. Sinnvolle Zutaten lieferten die schönen Kostüme (Doris Homolka) und die passende Choreographie (Marion Roth), beide das Geschehen und dessen Zeit akzentuierend. Viel Lob verdient das Orchester (Konzertmeister Peter Gillmayr), das dem Musikdrama unter dem souverän führenden Dirigenten Niels Muus zusätzlich Farbigkeit, Klangvielfalt und Aussagekraft vermittelte. Die Solisten verfügen reichlich über das erforderliche schauspielerische, dramatische und vokale Format. Voran beeindruckte Akiko Nakajima (Violetta) in allen Facetten der Partitur mit gestochen klarem Sopran, sauberer Höhe und viel Pianokultur. Sebastian Holecek (Vater Germont) punktete mühelos mit wohlklingendem Bariton und Mark Janicello (Liebhaber Alfredo) mit kernigem Tenor für das italienische Fach. Neid könnte einen packen angesichts des zahlen- und stimmstarken Chores (Chorvereinigung Jung Wien, Chor Ennser Singkreis), dazu noch szenenbeherrschend zahlreiche Statisten. |