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DER WESTENOperntenor singt Lieder von ElvisMarl, 08.03.2010, Jörg Kolesza
Marl. Viel Rock 'n' Roll weht an diesem Abend von der Bühne durch die Zuschauerreihen. Neun verschiedene Jacketts wird sich Mark Janicello als "Elvis, live in Concert" im Stadttheater überstreifen. Obwohl es nicht die Show ist, die im Stückwerk-Programmheft angekündigt war, gehen die Leute begeistert mit. Eigentlich sollte eine Show nämlich mit zwei Darstellern des Produzenten Brian Hallard zu sehen sein. Doch die wurde kurzfristig von der Salzburger Konzertagentur Schlote umbesetzt. Auf der Bühne steht also an diesem Abend der dynamische US-Amerikaner Mark Janicello. Der ausgebildete Operntenor „performt” die rund 40 Elvis-Songs, von denen viele ja Evergreens sind, überraschend (gut). „Ich bin kein Elvis-Imitator aber ich liebe seine Musik”, erklärt der Sänger aus New York, der in zahlreichen Musicals mitwirkte. So singt Mark Janicello von einer guten, vierköpfigen Band begleitet Klassiker wie „Viva Las Vegas”, „Teddybear” oder „In the Ghetto”. Im Refrain tut er das oft mit einer hohen Kopfstimme. Heraus kommt eine interessante Mischung aus dem typischen Elvis-Timbre und einer für Arien geeigneten, tragfähigen Stimme von großem Umfang. Und weil die beiden hervorragenden Sängerinnen Daniella Reiter und Ursula Gerstenbach im Hintergrund für Stimmung sorgen, wirkt die Performance richtig lässig und es klingt schon fast ein bisschen nach Soul. Für eingefleischte Fans ist es schön, dass die Show mit Gospels und weniger bekannten Presley-Nummern bereichert wird. So intoniert Mark Janicello, wie es Elvis wohl mit schmachtender Stimme getan hätte, die Ballade „Will you still be there”. Diese sei nie veröffentlicht und für Priscilla geschrieben worden, so der Künstler. Trotz der Umbesetzung gefällt es den rund 540 Zuschauern so gut, dass sie bei den Zugaben stehend applaudieren. Das liegt sicher an der professionellen Darbietung, ist aber auch eine posthume Ehrung für die Musik von Elvis Presley. „Der König ist tot, lang lebe der König.” |