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Presse Elvis, Queen - alles rockt.26.2.2010 - KRITIK: "LEBENDE ROCKLEGENDEN" von Jürgen Spiess
Metzingen. War Elvis ein Operntenor? Fast schien eös so, als Mark Janicello in der Metzinger Stadthalle loslegt. Mit toller Stimme und viel Charme machte der US-Sänger die abgesagte Rockshow aus England schnell vergessen.
Eigentlich
passt das ja gar nicht zusammen. Ein Operntenor, der Musicalhits,
Rock-Klassiker und Elvis-Presley-Hits singt. Ein ausgebildeter
Schauspieler und Opernsänger, der glänzend Verdi und Puccini
interpretiert und im nächsten Moment wie der wiedergeborene Elvis über
die Bühne tigert.
Der
Mann heißt Mark Janicello, ist Amerikaner und lebt seit mehr als 15
Jahren in Wien und Klagenfurt ("Sechs Monate lebte ich sogar in Nürtingen
- ich habe es überlebt!"). Bekannt geworden ist er durch das Musical
"Elvis - Die Show - Sein Leben", das 2002 mit ihm als
Hauptdarsteller in Wien Welturaufführung feierte. Seit seinem fünften
Lebensjahr steht der Mann auf der Bühne, spielte und sang in zahlreichen
Opern, Musicals und Theaterstücken mit. Und diese Erfahrung kommt ihm nun
bei seinem Exkurs durch die Rockgeschichte seit den mittleren 50ern bis in
die 70er und 80er zugute. Mit einer vierköpfigen Band und zwei
Backgroundsängerinnen präsentiert er historische Klassiker von Buddy
Holly über Elvis bis zu Queen und Joe Cocker in einer sehr lässigen,
souveränen und enorm unterhaltsamen Weise. Bei
seinem zweistündigen Auftritt zeigt der gut deutsch sprechende Amerikaner
mit der arenafüllenden Stimme, was ihn so besonders macht und weshalb
Claudia (54) aus Metzingen nach dem Konzert schwärmt: "Diese Stimme
lässt wirklich niemanden kalt, und dazu ist er auch noch ein guter
Entertainer - charmant, charismatisch, überwältigend!" Gleich
der erste Song "Rock around the clock" deutet darauf hin, in
welche Richtung die Reise geht. Andere RocknRoll-Sänger können
vielleicht mit musikalischer Extravaganz punkten. Mark Janicello aber ist
seit mehr als 35 Jahren erfolgreich im Geschäft, weil er sehr vielseitig
ist und handwerklich solide Arbeit abliefert. Er singt die Klassiker genau
so, wie man sie hören will, ohne Experimente, aber mit viel Herzblut und
grandioser Stimme: "Peggy Sue", "Georgia on my mind",
dann ein längeres Queen-Medley sowie unvergessliche Hits wie "Pretty
Woman" und "Never walk alone". Und immer wieder Elvis
Presley, dessen Hits Janicello mit verblüffend originalähnlicher Stimme
und ständig wechselndem Outfit präsentiert. Mal
spielt er den Einpeitscher fürs Publikum, mal den Verführer nach alter
Tom-Jones-Schule, dann wieder den lässigen Draufgänger oder den
knuddeligen Bühnenclown. Unmöglich, sich seinem Charme zu entziehen,
wenn die ersten Töne von "Return to sender" oder "Are you
lonesome tonight" erklingen. Aber Mark Janicello kann weit mehr, als
schmachtend am Bühnenrand sitzen und Liebende mit einem sanften
Soundtrack zu versorgen. Immer wieder wechselt er mit seiner gut
funktionierenden Begleitband das Tempo, spielt überschäumende
RocknRoll-Klassiker, lässt seine Stimme vom Bariton bis zum hohen
"D" heraufschwingen. Und da klatscht und tobt der ganze Saal.
Stehende Ovationen. |
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